
Uffa Jensen/Daniel Morat
(Hg.)
Rationalisierungen des Gefühls.
Zum Verhältnis von Wissenschaft und Emotionen 1880-1930
Wilhelm
Fink Verlag
Paderborn 2008
280 Seiten, kart.
EUR 39,90/sFr 67,00
ISBN 978-3-7705-4679-4
Die menschlichen Gefühle sind nicht erst in den letzten
Jahren, sondern schon einmal um 1900 verstärkt in das
Interesse der Geistes- und Sozialwissenschaften gerückt. Der
Band untersucht das Wechselverhältnis von Wissenschaft und
Emotionalität in dieser Zeit und zielt dabei neben der
Wissenschaftsgeschichte der Gefühle zugleich auf eine
Gefühlsgeschichte der Wissenschaften.
Die lange Jahrhundertwende von 1880 bis 1930 gilt nicht nur als
Formierungsphase der “klassischen Moderne”. Sie war
auch eine Umbruchsphase der modernen Wissenschaften, die vor allen
Dingen durch die Trennung von Geistes- und Naturwissenschaften und die
Etablierung der Sozialwissenschaften gekennzeichnet war. In diesem
Ausdifferenzierungsgeschehen spielte auch die wissenschaftliche
Thematisierung der Gefühle eine zentrale Rolle.

Frank Bösch und
Manuel Borutta (Hg.)
Die Massen bewegen:
Medien und Emotionen in der Moderne
Campus
Verlag
Frankfurt am Main, Oktober 2006
411 Seiten, kart.
EUR 39,90
ISBN 3-593-38200-8
Medien repräsentierten und erzeugten Emotionen, beeinflussten
deren Ausdruck und Intensität und prägten Diskurse
über Gefühle. An Beispielen aus Presse, Radio,
Fotografie, Film und Fernsehen wird in diesem Band die Geschichte der
Beziehung von Medien und Emotionen in der Moderne untersucht. Neben
theoretischen Beiträgen unterschiedlicher wissenschaftlicher
Disziplinen liefert er konkrete Analysen spezifischer historischer
Kontexte. Sie reichen von den Kulturkämpfen des 19.
Jahrhunderts über den Film im Nationalsozialismus bis hin zum
Völkermord in Ruanda 1994, bei dessen Genese Medien ebenfalls
eine entscheidende Rolle spielten.

Alexander C.T. Geppert, Uffa
Jensen und Jörn Weinhold (Hg.)
Ortsgespräche:
Raum und Kommunikation im 19. und 20. Jahrhundert
transcript:
Verlag für Kommunikation, Kultur und soziale Praxis
Bielefeld, Mai 2005
380 Seiten, 32 Abb., kart.
EUR 29,80
ISBN 3-89942-312-7
Unter dem Schlagwort des „spatial turn“ erlebt
‚Raum’ gegenwärtig eine ungeahnte
Renaissance in der Geschichtswissenschaft. Was dort schnell zur Mode
geworden ist, beschäftigt andere Disziplinen indes schon seit
langem. Der interdisziplinär organisierte Band bereitet
Theorie- und Wissensangebote aus verschiedenen Nachbardisziplinen
für historiographische Zwecke auf und lotet zugleich anhand
unterschiedlicher Fallstudien das Verhältnis von Raum und
Kommunikation im 19. und 20. Jahrhundert aus. Dabei steht nichts
weniger als die Eignung von Raum als Zentralkategorie für eine
neu zu konzipierende Kommunikationsgeschichte der Gesellschaft zur
Disposition.

Moritz Föllmer (Hg.)
Sehnsucht nach Nähe:
Interpersonale Kommunikation in Deutschland seit dem
19. Jahrhundert
Franz
Steiner Verlag
Stuttgart 2004
244 Seiten, kart.,
EUR 40,00/sFr 64,00
ISBN 3-515-08370-7
Wie Personen miteinander kommunizierten, war von zentraler Bedeutung
für die deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Denn
es prägte das Verhältnis von Privatheit und
Öffentlichkeit und damit auch soziale Beziehungen und Politik.
Die Sehnsucht, in einer modernen Welt die Überschaubarkeit
kommunikativer Näheverhältnisse zu bewahren, war
verbreitet und deshalb brisant, weil sie in Deutschland lange Zeit
nicht von einer demokratischen Kultur aufgefangen werden konnte. Der
Band behandelt ein neues und methodisch interessantes Forschungsfeld,
wobei das Spektrum von Gerüchten im frühen 19.
Jahrhundert über die nationalsozialistische Umgestaltung des
Nachbarschaftslebens bis zu aktuellen Tendenzen der
Online-Kommunikation reicht.

Habbo Knoch/Daniel Morat
(Hg.)
Kommunikation als Beobachtung
Medienwandel und Gesellschaftsbilder 1880-1960
Wilhelm
Fink Verlag
München 2003
251 Seiten, 7 s/w Abb., kart.,
EUR 32,90/sFr 56,00
ISBN 3-7705-3822 6
Die digitale Wende der Gegenwart begleitet ein ausgeprägtes
Bewußtsein des epochalen Wandels durch mediale Innovationen.
Doch werden die Voraussetzungen dafür leicht
übersehen: Bereits während der Massenmedialisierung
vom späten 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts kam es zu
vielfältigen kritischen Beobachtungen des
Verhältnisses von Medien und Gesellschaft. Hier entstanden
nicht nur grundlegende Kategorien der erst später etablierten
Medienwissenschaft. Die Reflexionen und Analysen trugen vor allem zur
Integration der modernen Massenmedien in eine Gesellschaft bei, die
erst in dieser Zeit begann, sich selbst zum Gegenstand zu machen.
Diesen vielfältigen Prozessen einer Selbstthematisierung als
Medien- und Kommunikationsgesellschaft zwischen 1880 und 1960 wenden
sich die Beiträge dieses Bandes aus den Perspektiven der
Geschichts-, Literatur- und Medienwissenschaften zu. Sie fassen diesen
Zeitraum als „massenmediale Sattelzeit“, weil sich
die einzelnen Massenmedien nicht allein technisch durchsetzten: Gerade
als eine Grundlage ihres Siegeszugs bildete sich eine Selbstbeobachtung
über die Entwicklung des massenmedialen Regimes als zweite
Ordnung der Kommunikation heraus.
Neben frühen Medienanalysen werden dazu gesellschaftliche
Praktiken der Kommunikation und der kommunikativen Selbstreferenz
anhand von Beispielen untersucht, die vom Bürgertum des
späten 19. Jahrhunderts bis zu den politischen Parteien der
frühen Bundesrepublik reichen. Dabei gewinnen insbesondere die
vertrauten Zäsuren der Mediengeschichte ein neues Profil, weil
sie mit den Wandlungen im Selbstverständnis der modernen
Gesellschaft zusammengelesen werden und so das
Wechselverhältnis zwischen Mediengesellschaft und Gesellschaft
als Medium komplex und methodisch anregend historisiert wird.